In der Tari-Bari konnten Leute, die kein Obdach hatten, tagelang und nächtelang, dort verbringen. Das finde ich aber eine gute Sache, solange sich alle benehmen. Unser Andreas ist an diesem Morgen früh aufgewacht, aber nicht um zur Messe zu gehen, sondern weil er sich drücken wollte, für Trank, Speise und Bleiben zu bezahlen. Doch der Wirt war auch schon früh wach. Ohje unser Andreas musst alles bezahlen und ging dann. Aber er hatte dem Wirt zu viel gegeben und er hatte sowieso nicht mehr genug Geld um es der kleinen heiligen Therese zurückzuzahlen. Die Zehn-Uhr-Messe war schon wieder vorbei. Er machte sich auf den Weg in das Bistro. Plötzlich klopfte ihm ein Polizist auf die Schulter. Ohje unser Andreas hat keine Papiere. Er wurde etwas panisch und griff an die Taschen. Der Polizist schmunzelte und sagte: "Ich weiss was sie suchen" und drückte ihm einfach eine Brieftasche in die Hand. Dann ging er in das Bistro, wo er Woitech schon vorfand. Sie luden einander auf Drinks ein. Ich frage mich halt auch, wie die so viel am Morgen schon trinken können und warum Andreas wieder alles ausgibt. Gut man weiss ja nicht, wie viel und was in der Brieftasche drinnen war. Ah hier erzählt Andreas nun Woitech die Geschichte mit der Brieftasche. Und drinnen waren Papiere und genau zweihundert Francs. Andreas fand das ein Zeichen und wollte Richtung Kirche gehen. Woitech meinte, er könne nach der Messe gehen und noch einen vortrinken. Als ob sie nicht schon genug getrunken haben. Dann kam ein kleines Mädchen zur Türe hinein. Andreas sah sie und glaubte, er habe noch nie ein so junges Mädchen gesehen. Als ob er noch nie ein Baby gesehen hat, in seinem ganzen Leben. Er schwankte zum Mädchen herüber. Ohje Andreas mach bitte keine Dummheiten. Er sprach sie an, was sie hier mache. Sie antwortete, dass ihre Eltern in der Messe sind und sie dann abholen. Die arme Kleine fürchtete sich ein wenig vor ihm. Andreas fragte sie, wie sie heisse. Die kleine antwortete mit: "Therese". Andreas konnte es gar nicht glauben und so betrunken wie er war, dachte er, er würde der Kleinen Geld schulden. "Das ist reizend! Ich habe nicht gedacht, dass eine so große, eine so kleine Heilige, eine so große und so kleine Gläubigerin mir die Ehre erweist, mich aufzusuchen, nachdem ich so lange nicht zu ihr gekommen war." Die Kleine kam überhaupt nicht mehr mit. Andreas sagte ihr, dass er ihr zweihundert Francs schulde. Die Kleine sagte, logischerweise, dass er ihr kein Geld schulde. Sie gab ihm Geld und sagte ihm, er solle sie in Ruhe lasse. Warum greift da niemand von den anderen Gästen ein? Woitech schwankte zur Theke und wollte Andreas mit an die Theke schleppen. Doch dieser fällt um wie ein Sack. Sie fanden keinen Arzt und schleppten ihn zu der Kapelle. Weil ja so ein Priester etwas von Sterben und Tod verstehe. Andreas konnte nicht mehr reden, machte aber eine Bewegung Richtung Rocktasche, wo das Geld drinnen ist. Er sagte noch: "Fräulein Therese". Dann seufzte er und starb. Was zur Hölle war das für ein Ende? Man hatte es irgendwie gar nicht kommen sehen.
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